Bobath
Bei dem Bobath- Konzept geht es um eine spezifische Behandlung von zerebralen Bewegungsstörungen auf neurophysiologischer Grundlage. Die Methode findet Anwendung bei allen Formen der infantilen Zerebralparesen(ICP) und bei Störungen im Zentralnervensystem des erwachsenen Patienten. Dabei kommen sämtliche Erkrankungen des Gehirns und des Rückenmarks in Betracht, die zu Veränderungen des Muskeltonus (Spastik, Lähmungen) führen.
Es ist derzeit die erfolgreichste Behandlungsmethode zur frühen Rehabilitation und spätereTherapie für Patienten mit Schlaganfällen und anderen Erkrankungen des Zentralnervensystems. Mit ca. 500.000 Schlaganfallpatienten jährlich in ganz Deutschland finden wir hiermit die Hauptzielgruppe unserer Patienten für die Bobath-Methode.
Das klinische Bild der zerebralen Bewegungsstörungen ist vielseitig. Im Hinblick auf die Motorik sind folgende Faktoren bei allen Zerebralparetikern zu finden:
abnormale Haltungs- und Bewegungsmuster
abnormaler Muskeltonus
abnormale Koordination der Muskeltätigkeit.
Zu Beginn der Behandlung ist eine genaue Befunderhebung erforderlich. Sie muß klären , wodurch normale Bewegungen verhindert werden. Das Behandlungsziel muß realistisch sein. Das Behandlungsprogramm entspricht genau den individuellen Schwierigkeiten des Patienten, deshalb gibt es keine festgelegten Übungsfolgen. Ziel ist die Beeinflussung der Spastik, Verbesserung der Körperwahrnehmung und Anbahnung normaler Bewegung .Durch spezielle Lagerungen werden bleibende Spastiken verhindert und durch Lähmung verloren gegangene Bewegungen wieder angebahnt. Dabei macht man sich die lebenslange Lernfähigkeit und die Kapazitätsreserven des Gehirns zunutze. In der Arbeit mit dem Bobath–Konzept liegt die Regulation des Muskeltonus und die Anbahnung physiologischer Bewegungsabläufe.